24-Stunden Pflege

Betreuung und Pflege in häuslicher Gemeinschaft durch – eine sogenannte „24h-Pflege Kraft“.

Ein vielversprechendes Modell für die Pflege älterer Menschen in den eigenen vier Wänden stellt die sogenannte „24-Stunden Pflege“ (24h-Pflege) durch ausländische Pflegekräfte dar. Dabei zieht die betreffende Pflegekraft in den Haushalt der pflegebedürftigen Person ein und ist dort rund um die Uhr verfügbar. Deshalb heißt diese Form der Pflege auch
„Betreuung in häuslicher Gemeinschaft“.

24-Stunden Pflege – Betreuung zu Hause

Der Begriff „24h-Pflege“ kann schnell missverstanden werden. Er bedeutet nicht, dass die Pflegekraft rund um die Uhr arbeiten muss, sondern vielmehr, dass sie in den Haushalt der Pflegeperson einzieht und damit Teil der häuslichen Gemeinschaft wird. Die osteuropäischen Pflegekräfte haben ganz reguläre Arbeitszeiten, die mit der Vermittlungsagentur ausgehandelt und eingehalten werden müssen. Vorteile davon sind eine besonders hohe Betreuungsqualität und Sicherheit.

Pflege und Betreuung der 24h-Pflege selbst beinhalten vor allem folgende Tätigkeiten:

  • Die Grund-pflege  (zum Beispiel waschen, Inkontinenzmaterial wechseln etc.)
  • Begleitung zu Arztterminen und bei Behördengängen
  • Hilfe bei alltäglichen Arbeiten im Haushalt (kochen, putzen etc.)
  • Die sogenannte „reaktivierende Pflege“

Die Kosten der 24-h-Pflege

Die 24h-Pflege zu Hause durch ausländische Pflegekräfte bringt häufig einen Kostenvorteil gegenüber etablierten Formen der Altenpflege mit sich. Mit dafür verantwortlich ist die Möglichkeit, Leistungen aus der Pflegeversicherung zu beziehen, vor allem:

  • Pflegegeld: Je nach Pflegegrad bekommen pflegebedürftige Menschen monatlich einen bestimmten Betrag auf ihr Konto überwiesen. Für Personen mit Pflegegrad 3 sind dies derzeit 545 Euro.
  • Verhinderungspflege: Einmal im Jahr zahlt die Pflegekasse für einen Zeitraum von bis zu sechs Wochen 1.612 Euro – vorausgesetzt, die Pflege besteht seit mindestens 6 Monaten. Als Ausführer wird statt der Pflegekraft die Vermittlungsagentur angegeben.
  • Kurzzeitpflege: Sie ist eigentlich für die kurzzeitige Unterbringung in einem Pflegeheim gedacht. Wer dies nicht in Anspruch nimmt, kann sich jedoch die Hälfte davon, derzeit 806 Euro auf die Verhinderungspflege aufschlagen lassen. Somit erhöht sich der Betrag auf 2.418 Euro.
  • Steuervorteil: Bis zu 4.000 Euro der Kosten für die Pflegekraft lassen sich in der jährlichen Steuererklärung als haushaltsnahe Dienstleistungen geltend machen. Mehr dazu im EStG § 35a.

Ein Kostenbeispiel für die „24-Stunden-Pflege“

Ein Rechenbeispiel:

Angenommen, eine pflegebedürftige Person mit Pflegegrad 3 nimmt die Dienste einer „24-Stunden-Pflegekraft“ in Anspruch. Diese unterstützt bei der Grund- und Intimpflege, wäscht, kocht, putzt, kauft ein, begleitet bei Arztbesuchen und ist immer für den Pflegebedürftigen ansprechbar. Gerade in Notfällen ist das buchstäblich unbezahlbar.

Der Einsatz einer solchen Pflegekraft kostet ca. 2.300 Euro monatlich incl. Fahrtkosten und Vermittlungsgebühr. Zieht man alle oben aufgeschlüsselten Zuschüsse der Pflegekasse ab – Pflegegeld, Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege und Steuervorteil – so ergibt sich ein Betrag von circa 1.221 Euro. Zum Vergleich: Der Aufenthalt in einem Pflegeheim kostet im Monat etwa 1.800 bis 2.700 Euro Eigenanteil.

Bitte beachten Sie: Den 24h-Pflegekräften muss ein eigenes Zimmer zur Verfügung gestellt werden sowie freie Kost und Logis.

Die obigen Zahlen nochmals im Schnellüberblick auf einen Monat gerechnet

Kostenbeispiel

LeistungenEuro
Kosten für Pflegekraft, incl. Fahrtkosten + Vermittlungsgebühr2.300 Euro
Pflegegeld bei Pflegegrad 3./. 545 Euro
Verhinderungspflege 1.612 Euro jährlich = für 1 Monat    ca../. 134 Euro
50 % der Kurzzeitpflege aus 1.612 Euro jährlich (wenn diese nicht in Anspruch genommen wurde) = für 1 Monat   ca../.   67 Euro
Max. möglicher Steuervorteil./. 333 Euro
Effektive finanzielle Belastung für die Pflegekraft nach Abzug aller Pflegeleistungen und steuerlichem Vorteil1.221 Euro

Seriösen Dienstleister und qualifizierte Pflegekräfte finden

Voraussetzung dafür, dass eine 24-Stunden-Pflege hohe Ansprüche erfüllt, ist die Auswahl eines seriösen Dienstleisters, der qualifizierte Pflegekräfte vermittelt. Doch woran lässt sich ein solcher erkennen? Zentral sind die folgenden Kriterien.

  • Das Vorliegen einer im Herkunftsland ausgestellten Entsendebescheinigung A1
  • Ein ausführlicher Lebenslauf plus eventuelle Referenzen
  • Die Möglichkeit eines Telefonats im Vorfeld, um sich von den Deutschkenntnissen der Pflegekraft zu überzeugen
  • Monatliche Kosten nicht unter 2.000 Euro

Gute Vermittlungsagenturen prüfen das Vorhandensein notwendiger Qualifikationen und rechtlicher Erfordernisse gründlich. Außerdem sind sie auch nach der Vermittlung ein ständiger Ansprechpartner, der die Kommunikation mit dem Unternehmen im Ausland übernimmt.

Vorsicht: Kein seriöser Anbieter verlangt Zahlungen im Voraus. Bei einer solchen Forderung ist es angebracht, Abstand zu nehmen.